Pilates

Pilates Übungen für Anfänger: Die 10 besten Grundübungen für deinen Einstieg

Die 10 besten Pilates Übungen für Anfänger mit Schritt-für-Schritt-Anleitung, häufigen Fehlern und einem 4-Wochen-Trainingsplan.

Felix Zink

Felix Zink

Gründer

21. März 2026
12 min Lesezeit
Pilates Übungen für Anfänger: Die 10 besten Grundübungen für deinen Einstieg

Was ist Pilates? – Die sanfte Kraft für deinen Körper

Pilates Übungen für Anfänger bilden den idealen Einstieg in ein ganzheitliches Trainingssystem, das Körper und Geist gleichermaßen fordert. Die Methode wurde von Joseph Hubertus Pilates Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Namen Contrology entwickelt und verbindet kontrollierte Bewegungen mit bewusster Atmung. Heute zählt Pilates weltweit zu den beliebtesten Trainingsformen – und das aus gutem Grund: Die Übungen lassen sich an jedes Fitnesslevel anpassen und stärken gezielt die Tiefenmuskulatur.

Joseph Pilates, geboren 1883 in Mönchengladbach, war als Kind häufig krank und entwickelte seine Trainingsmethode zunächst, um seinen eigenen Körper zu stärken. Während des Ersten Weltkriegs verfeinerte er seine Techniken und half Mitinternierten bei der Rehabilitation. In den 1920er Jahren emigrierte er nach New York, wo er sein erstes Studio eröffnete – und die Pilates-Methode ihren weltweiten Siegeszug antrat.

Heute unterscheidet man zwischen klassischem Pilates (das dem Originalprogramm folgt) und modernem Pilates (das physiotherapeutische Erkenntnisse integriert). Für Anfänger eignet sich der moderne Ansatz besonders gut, da er stärker auf individuelle Bedürfnisse und Einschränkungen eingeht.

Die 6 Grundprinzipien des Pilates

Jede Pilates-Übung basiert auf sechs Grundprinzipien, die Joseph Pilates selbst formulierte. Diese Prinzipien unterscheiden Pilates von herkömmlichem Krafttraining und sorgen dafür, dass du nicht nur Muskeln aufbaust, sondern auch dein Körperbewusstsein schärfst:

  • Zentrierung – Alle Bewegungen gehen vom Körperzentrum (Powerhouse) aus
  • Konzentration – Volle Aufmerksamkeit auf jede Bewegung und Muskelaktivierung
  • Kontrolle – Keine unkontrollierten oder schwungvollen Bewegungen
  • Präzision – Qualität vor Quantität bei jeder Wiederholung
  • Atmung – Bewusste Lateralatmung unterstützt und verstärkt jede Übung
  • Bewegungsfluss – Fließende, harmonische Übergänge zwischen den Bewegungen

Was ist das Powerhouse?

Das Powerhouse ist das zentrale Konzept im Pilates. Es umfasst die tiefe Rumpfmuskulatur: den queren Bauchmuskel (Transversus abdominis), die Beckenbodenmuskulatur, den Multifidus (tiefe Rückenmuskulatur) und das Zwerchfell. Diese Muskeln bilden ein natürliches Korsett, das deine Wirbelsäule stabilisiert.

Bei jeder Pilates-Übung aktivierst du zuerst das Powerhouse, bevor du die eigentliche Bewegung ausführst. Stell dir vor, du ziehst einen unsichtbaren Gürtel um deine Taille – diese leichte Grundspannung begleitet dich durch das gesamte Training.

Warum Pilates ideal für Anfänger ist

Pilates eignet sich besonders für Anfänger, weil das Training gelenkschonend ist und sich an jedes Fitnesslevel anpassen lässt. Statt schwerer Gewichte arbeitest du mit deinem eigenen Körpergewicht und konzentrierst dich auf die korrekte Ausführung – das minimiert das Verletzungsrisiko und maximiert den Trainingseffekt.

Vorteile für Körper und Geist

Regelmäßiges Pilates-Training bietet zahlreiche Vorteile, die wissenschaftlich belegt sind:

  • Stärkung der Tiefenmuskulatur und des gesamten Rumpfes
  • Verbesserung der Körperhaltung und Beweglichkeit
  • Linderung von Rückenschmerzen durch gezielte Stabilisierung der Wirbelsäule
  • Stressabbau durch bewusste Atmung und Konzentration auf den Moment
  • Steigerung des Körperbewusstseins – Du lernst, deinen Körper gezielt anzusteuern

Für wen eignet sich Pilates besonders?

Pilates ist für nahezu jeden geeignet – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Fitnesslevel. Besonders profitieren Menschen mit sitzender Tätigkeit, Rückenproblemen oder nach Verletzungen (in Absprache mit dem Arzt). Auch Sportler nutzen Pilates als Ergänzungstraining zur Verletzungsprävention und Leistungssteigerung.

Wenn du Pilates unter professioneller Anleitung erlernen möchtest, findest du über eine Buchungssoftware für Pilates Studios passende Kurse in deiner Nähe.

Pilates zu Hause oder im Studio?

Beide Varianten haben ihre Vorteile. Zu Hause trainierst du flexibel und ohne Anfahrt – ideal für den Einstieg mit den hier vorgestellten Mattenübungen. Im Studio erhältst du professionelle Anleitung, individuelle Korrekturen und Zugang zu Geräten wie dem Reformer. Viele Anfänger starten zu Hause und wechseln später ins Studio, wenn sie die Grundlagen beherrschen.

Für ein effektives Heimtraining brauchst du nur eine ruhige Ecke mit ausreichend Platz (etwa 2 × 1,5 Meter), eine Matte und die richtige Musik oder Stille – je nach Vorliebe. Wichtig: Trainiere nicht auf einem zu weichen Untergrund wie dem Bett, da dies die Stabilität beeinträchtigt.

Die 10 besten Pilates Übungen für Anfänger

Die folgenden zehn Übungen bilden die Basis des klassischen Pilates-Trainings auf der Matte. Führe jede Übung langsam und kontrolliert aus – Qualität geht immer vor Quantität. Aktiviere bei jeder Übung bewusst dein Powerhouse.

1. Pilates-Atmung (Lateralatmung)

Zielmuskulatur: Zwerchfell, Interkostalmuskulatur, tiefe Bauchmuskeln

Ausgangsposition: Lege dich auf den Rücken, die Beine sind aufgestellt, die Füße hüftbreit. Lege die Hände seitlich an den Brustkorb.

Ausführung: Atme durch die Nase ein und lass den Brustkorb seitlich weiten – der Bauch bleibt flach. Beim Ausatmen durch den Mund ziehe den Nabel sanft Richtung Wirbelsäule. Spüre, wie sich der Brustkorb beim Einatmen seitlich öffnet und beim Ausatmen wieder zusammenzieht.

Wiederholungen: 8–10 bewusste Atemzyklen | Häufiger Fehler: Den Bauch beim Einatmen nach oben drücken statt seitlich zu atmen.

2. Pelvic Curl (Beckenheben)

Zielmuskulatur: Gesäßmuskulatur, hintere Oberschenkel, unterer Rücken

Ausgangsposition: Rückenlage, Beine aufgestellt, Arme neben dem Körper. Aktiviere das Powerhouse.

Ausführung: Rolle beim Ausatmen das Becken langsam Wirbel für Wirbel vom Boden ab, bis dein Körper eine gerade Linie von den Schultern zu den Knien bildet. Halte oben kurz und rolle beim Einatmen Wirbel für Wirbel wieder ab.

Wiederholungen: 8–10 | Häufiger Fehler: Zu schnell nach oben drücken statt Wirbel für Wirbel aufzurollen.

3. Dead Bug

Zielmuskulatur: Transversus abdominis, schräge Bauchmuskeln

Ausgangsposition: Rückenlage, Arme senkrecht nach oben gestreckt, Beine in Tabletop-Position (Knie über der Hüfte, Unterschenkel parallel zum Boden).

Ausführung: Strecke beim Ausatmen den rechten Arm nach hinten und gleichzeitig das linke Bein nach vorne aus, ohne den unteren Rücken vom Boden zu lösen. Beim Einatmen zurück zur Ausgangsposition. Seite wechseln.

Wiederholungen: 8 pro Seite | Häufiger Fehler: Den unteren Rücken von der Matte abheben lassen.

4. Single Leg Circles (Beinkreise)

Zielmuskulatur: Hüftbeuger, Gesäßmuskulatur, tiefe Bauchmuskeln

Ausgangsposition: Rückenlage, ein Bein zur Decke gestreckt, das andere aufgestellt. Arme liegen seitlich mit den Handflächen nach unten.

Ausführung: Zeichne mit dem gestreckten Bein kontrollierte Kreise an der Decke. Halte dabei das Becken stabil – es darf nicht hin und her schaukeln. Nach 5 Kreisen die Richtung wechseln.

Wiederholungen: 5 Kreise pro Richtung, pro Bein | Häufiger Fehler: Zu große Kreise zeichnen und die Beckenstabilität verlieren.

5. Roll Up

Zielmuskulatur: Gerade Bauchmuskeln, Hüftbeuger, Wirbelsäulenflexibilität

Ausgangsposition: Rückenlage, Beine gestreckt, Arme über dem Kopf ausgestreckt.

Ausführung: Hebe beim Ausatmen langsam den Kopf, dann die Schultern, und rolle Wirbel für Wirbel nach oben, bis du sitzt. Strecke die Arme Richtung Füße. Rolle beim Einatmen ebenso langsam Wirbel für Wirbel zurück.

Wiederholungen: 6–8 | Häufiger Fehler: Mit Schwung nach oben reißen statt kontrolliert aufzurollen.

6. The Hundred

Zielmuskulatur: Gesamte Bauchmuskulatur, Atemmuskulatur

Ausgangsposition: Rückenlage, Beine in Tabletop-Position. Kopf und Schultern vom Boden heben, Arme neben dem Körper auf Hüfthöhe strecken.

Ausführung: Pumpe die gestreckten Arme schnell auf und ab, als würdest du auf Wasser schlagen. Atme dabei 5 Pumpbewegungen lang ein und 5 Pumpbewegungen lang aus. Zähle bis 100 (10 Atemzyklen).

Wiederholungen: 100 Pumpbewegungen (10 × 10) | Häufiger Fehler: Den Nacken verspannen – der Blick geht Richtung Bauchnabel, nicht zur Decke.

7. Single Leg Stretch

Zielmuskulatur: Bauchmuskeln, Hüftbeuger, Koordination

Ausgangsposition: Rückenlage, Kopf und Schultern angehoben. Ein Knie zur Brust gezogen, das andere Bein in einem 45-Grad-Winkel gestreckt.

Ausführung: Wechsle die Beine in einer fließenden Bewegung. Die Hände umfassen jeweils das gebeugte Knie. Der Oberkörper bleibt stabil angehoben.

Wiederholungen: 8–10 pro Seite | Häufiger Fehler: Den Oberkörper bei jedem Wechsel ablegen.

8. Spine Stretch Forward

Zielmuskulatur: Rückenstrecker, hintere Oberschenkelmuskulatur, Wirbelsäulenflexibilität

Ausgangsposition: Aufrecht sitzen, Beine etwas weiter als hüftbreit geöffnet, Füße geflext. Arme auf Schulterhöhe nach vorne gestreckt.

Ausführung: Rolle beim Ausatmen Wirbel für Wirbel nach vorne, als würdest du dich über einen Ball beugen. Der Nabel zieht dabei nach innen. Beim Einatmen Wirbel für Wirbel wieder aufrichten.

Wiederholungen: 5–6 | Häufiger Fehler: Aus der Hüfte klappen statt die Wirbelsäule Segment für Segment zu runden.

9. Swimming

Zielmuskulatur: Rückenstrecker, Gesäßmuskulatur, hintere Schultermuskulatur

Ausgangsposition: Bauchlage, Arme nach vorne gestreckt, Beine gestreckt. Stirn knapp über dem Boden.

Ausführung: Hebe gleichzeitig den rechten Arm und das linke Bein wenige Zentimeter vom Boden. Wechsle dynamisch die Seite, als würdest du im Wasser kraulen. Halte den Blick nach unten.

Wiederholungen: 20–30 Sekunden | Häufiger Fehler: Den Kopf zu weit in den Nacken nehmen.

10. Shoulder Bridge (Schulterbrücke)

Zielmuskulatur: Gesäßmuskulatur, hintere Oberschenkel, Rumpfstabilität

Ausgangsposition: Rückenlage, Beine aufgestellt, Arme seitlich. Rolle in die Brückenposition (wie beim Pelvic Curl).

Ausführung: Halte die Brücke stabil. Strecke nun ein Bein zur Decke, senke es kontrolliert ab und bringe es zurück. Das Becken bleibt dabei völlig ruhig.

Wiederholungen: 5 pro Bein | Häufiger Fehler: Das Becken auf einer Seite absinken lassen.

Häufige Fehler beim Pilates und wie du sie vermeidest

Auch bei vermeintlich einfachen Übungen schleichen sich bei Anfängern typische Fehler ein. Erkenne diese frühzeitig, um das Maximum aus deinem Training herauszuholen und Verletzungen zu vermeiden.

Falsche Atmung

Der häufigste Anfängerfehler ist die Brustatmung statt der Lateralatmung. Viele halten unbewusst die Luft an oder atmen flach in den Bauch. Die Lösung: Übe die Pilates-Atmung als eigenständige Übung, bevor du mit dem Training beginnst. Lege die Hände an den seitlichen Brustkorb und spüre bewusst die seitliche Ausdehnung.

Mangelnde Core-Aktivierung

Ohne aktives Powerhouse verpuffen viele Pilates-Übungen wirkungslos. Die Lösung: Stell dir vor, du ziehst einen engen Gürtel um deine Taille. Diese leichte Spannung im Unterbauch sollte bei jeder Übung gehalten werden – ohne den Atem anzuhalten.

Zu schnelle Ausführung

Pilates lebt von langsamen, kontrollierten Bewegungen. Wer zu schnell arbeitet, nutzt Schwung statt Muskelkraft. Die Lösung: Zähle bei jeder Wiederholung innerlich auf 4 (je 4 Sekunden für die Hin- und Rückbewegung). Die Verlangsamung macht jede Übung deutlich intensiver.

Falsche Körperausrichtung

Viele Anfänger achten nur auf die Hauptbewegung und vergessen die korrekte Ausrichtung von Becken und Wirbelsäule. Besonders beim Roll Up und Single Leg Stretch kippt das Becken häufig zur Seite. Die Lösung: Stell dir vor, deine Hüftknochen sind Scheinwerfer, die immer parallel zur Decke leuchten. Kontrolliere regelmäßig deine Ausrichtung im Spiegel.

Schultern hochziehen

Unter Anstrengung wandern die Schultern unbewusst Richtung Ohren – das verspannt den Nacken und nimmt der Übung die Wirkung. Die Lösung: Ziehe vor jeder Übung bewusst die Schulterblätter nach hinten und unten. Diese Schulterdepression sollte zur Gewohnheit werden. Ein hilfreicher Tipp: Drücke die Schultern aktiv weg von den Ohren und halte diese Position.

Dein Pilates-Trainingsplan für die ersten 4 Wochen

Ein strukturierter Einstieg hilft dir, Pilates sicher und effektiv zu erlernen. Der folgende Plan baut systematisch auf: Von der Grundlagenwoche bis zum vollständigen Training.

Woche 1–2: Die Basis

Beginne mit 2 Trainingseinheiten pro Woche à 20–30 Minuten . Konzentriere dich auf die Übungen 1–5 (Atmung, Pelvic Curl, Dead Bug, Beinkreise, Roll Up). Ziel ist es, die korrekte Ausführung und die Powerhouse-Aktivierung zu verinnerlichen.

  • Montag: Übungen 1–5 (2 Durchgänge)
  • Donnerstag: Übungen 1–5 (2 Durchgänge)

Woche 3–4: Aufbau und Intensität

Steigere auf 3 Einheiten pro Woche à 30–45 Minuten . Füge die Übungen 6–10 hinzu und erhöhe die Wiederholungszahl der Basis-Übungen schrittweise.

  • Montag: Übungen 1–10 (vollständiges Programm)
  • Mittwoch: Übungen 1–5 intensiv (3 Durchgänge)
  • Freitag: Übungen 1–10 (vollständiges Programm)

Trainingsfrequenz und Ausrüstung

Nach den ersten 4 Wochen empfehlen sich 3–4 Pilates-Einheiten pro Woche . Für das Mattentraining benötigst du lediglich eine rutschfeste Pilates- oder Yogamatte (mindestens 15 mm Dicke für Komfort). Optional ergänzen Widerstandsbänder, ein kleiner Pilatesball und eine Faszienrolle dein Training.

Häufige Fragen zu Pilates für Anfänger

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Pilates-Einstieg auf einen Blick.

Fazit: Mit diesen 10 Übungen startest du richtig ins Pilates

Pilates Übungen für Anfänger sind der perfekte Einstieg in ein Training, das deinen gesamten Körper stärkt und gleichzeitig deine Beweglichkeit verbessert. Die vorgestellten zehn Grundübungen decken alle wichtigen Muskelgruppen ab und lassen sich problemlos zu Hause auf der Matte durchführen.

Entscheidend für deinen Erfolg sind drei Dinge: Aktiviere bei jeder Übung bewusst dein Powerhouse , atme kontrolliert in den seitlichen Brustkorb und führe jede Bewegung langsam und präzise aus. Starte mit dem 4-Wochen-Plan und steigere dich schrittweise.

Wenn du Pilates unter professioneller Anleitung vertiefen möchtest, bieten spezialisierte Studios Anfängerkurse in kleinen Gruppen an – so erhältst du individuelles Feedback zur korrekten Ausführung.

Felix Zink

Geschrieben von

Felix Zink

Gründer

Felix hat Bookicorn von Grund auf entwickelt – vom Buchungssystem über das Credit-System bis zur Trainer-Abrechnung. Als Fullstack-Entwickler bei der Unicorn Factory Media GmbH baut er Software, die Studios den Alltag erleichtert.

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